Cornwall – da geht einem das Herz auf Teil 1

In meinen früheren Posts habe ich schon erwähnt, dass ich für einen Monat nach England wollte und das habe ich nun gemacht und bin wieder gut in Deutschland angekommen.

Nach und nach werde ich dir hier jetzt meine Reiseerlebnisse erzählen und Bilder zeigen (auch, damit ich in 10 Jahren noch eine tolle Erinnerung daran habe ;) ).

Obwohl Cornwall erst in der dritten Woche dran war, werde ich dir davon heute als erstes erzählen, weil es meine absolute Lieblingsgegend in Großbritannien war.

Das mediterrane Klima mit Palmen und dazu das unglaublich schöne Meer versetzten jeden in Fernweh!

Insgesamt war ich eine Woche in Cornwall und war ein paar Tage davon dort wandern. Ich habe also einige Flecken gesehen und die schönste Landschaft überhaupt. Teile meiner Route gehören zu den schönsten Abschnitten des South West Coast Path (SWCP) und er führt fast die ganze Zeit am Meer entlang. So eine herrliche Aussicht hatte ich noch nie im Leben!

An meinem ersten Tag bin ich in St Ives angekommen und meine letzten Tage habe ich in Penzance verbracht. Die beiden Städte liegen ganz im westlichen Westen Englands und gehören somit zu den wärmsten Gegenden dieser Insel.

Als ich aus dem Zug in St Ives stieg, war ich erstmal im siebten Himmel.

Ein strahlend blauer Himmel, weißer Sandstrand und das Meer so weit das Auge reicht. Für mich gibt es nichts schöneres, als das Meer. Es bedeutet Freiheit für mich und Hoffnung, Freude, Leben und Glück. Wenn ich mal aus Deutschland wegziehe, dann in ein warmes Land direkt ans Meer.

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St Ives ist eine kleinere Stadt und sehr touristisch. Somit war nicht anders zu erwarten, dass es an einem Wochenende Anfang Juni sehr voll dort sein würde. Mit seinen kleinen Sträßchen, den süßen Läden und seinen vielen Stränden ist es eben einfach perfekt für einen kurzen Aufenthalt.

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Es gibt drei größere Stände in St Ives, doch bei Ebbe kann man noch mehr Strände finden, die man aber wieder rechtzeitig verlassen sollte. Auch wenn es schon recht warm war, war das Wasser eisig und mehr als meine Füße haben es nicht hinein geschafft.

Aber am Strand liegen, sich von der Sonne bräunen lassen, lesen und den Blick aufs Meer genießen, kann man auch wenn es noch zu kalt ist um ohne Wetsuit ins Wasser zu gehen. So einen haben übrigens wohl alle Kinder die dort wohnen, denn überall sieht man Kinder und Jugendliche in diesen Anzügen ins Wasser springen. Sogar ein paar Surfer soll ich in den nächsten Tagen noch zu Gesicht bekommen.

Übrigens ist St Ives recht hügelig. Mein B&B lag oben auf dem Berg und vom Strand aus war es doch ein Stückchen zu laufen, bis ich oben angekommen war. Dafür belohnte mich der Blick von meinen Zimmern aus um so mehr. Direkt runter aufs Meer.

Natürlich konnte ich mir einen Sonnenuntergang am Meer nicht entgehen lassen.

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In St Ives habe ich zwei Tage verbracht und mich schön verwöhnt mit dem unglaublichen Frühstück meines B&Bs und der tollen Umgebung. In dieses kleine Städtchen muss ich bald wieder zurückgehen.

Dann, am Sonntag morgen, ging meine Wanderung los. Vier Tage wollte ich wandern von St Ives bis Penzence. Ob ich wirklich alles laufen sollte oder Teile mit dem Bus fahre, war noch nicht sicher.

Der erste Tag war nicht lange. Nur etwa vier Stunden war ich unterwegs, dafür war es aber um so steiler. Es ging hoch und runter, auf Felsen musste ich klettern und über kleine Bächlein steigen. Anfangs war es noch etwas bewölkt und damit nicht so warm – zum Glück! Denn ich hatte eine lange Hose an, was ich die nächsten Tage definitiv nicht mehr hatte.

Ich kam an so schönen Buchten vorbei, was das wandern um einiges leichter machte. Ich genoss jede Minute und jeden Blick aufs Meer.

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Gegen zwei kam ich in Zennor, einem sehr kleinen Dorf, an. Natürlich viel zu früh, um schon in mein Zimmer des B&Bs zu können, aber ich setzte mich gemütlich wohin und las etwas.

Die Wanderung zur Jugendherberge bei St Just am zweiten Tag war der längste Abschnitt. 

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Wieder entlang wunderschöner Buchten, durch Schaf-, Pferde- und Kuhherden ging der Wanderweg weiter. Wieder hoch und runter, aber weniger steil und nicht so oft wie am Tag zuvor. Und immer rechts von mir das Meer in seiner unterschiedlichsten Blau- und Türkisfarben.

Vorbei an Sandstränden, wieder über süße, kleine, plätschernde Bäche und am Leuchtturm von Pendeen vorbei.

 

 

Auf dem Blog Landlinien, wo es übrigens einen tollen Tagesplan von einem längeren Abschnitt des SWCP gibt, habe ich schon gelesen, dass ich noch an einer verlassenen Arbeiterstadt vorbeikommen sollte. Und schließlich tauchte sie vor mir auf.

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Es sah wirklich unglaublich aus. Überall die Ruinen von Häusern, alte Schornsteine und der Wanderweg geht mitten durch.

Noch nie zuvor hatte ich so etwas gesehen und ich fand es einfach beeindruckend eine alte verlassene Stadt zu sehen. Dort haben Menschen in Berkwerken gearbeitet. Wie ich aus dem Geschichtsunterricht weiß auch 12 Stunden am Tag zur Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert.

 

 

 

 

Dahinter war mir nicht ganz klar, wo es denn jetzt weitergehen soll auf dem Wanderweg. Aber dann läuft man halt einfach mal drauf los. Das Meer muss immer rechts von mir sein und dann kann ich mich schon nicht so sehr verlaufen. Meine Wanderkarte war hier leider weniger hilfreich, aber man will ja schon ungefähr wissen, wo man sich gerade befindet.

Weiter ging es am Meer entlang. Inzwischen wollen meine Füße nicht mehr weiter, aber mit Musik in den Ohren lässt es sich ertragen. Und schließlich kommt auch Cape Cornwall in Sicht.

Früher galt das Cape Cornwall als Land’s End, bis man nach neuen Messungen feststellte, dass weiter südlich ein Punkt Englands noch mehr westlich liegt und somit wurde dieser neue Punkt zum Land’s End.

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Von hier aus mache ich einen kleinen Abstecher nach St Just bevor ich zur Jugendherberge gehe. Ich kaufe ein paar Lebensmittel für die nächsten beiden Tage zum Wandern, sowie mein Abendessen für heute Abend – cornish pasty.

Das ist mit eines der fettigsten Angelegenheiten die ich je gegessen habe und ganz mein Geschmack war es auch nicht. Aber man kann nicht in Cornwall gewesen sein, ohne es nicht zumindest mal probiert zu haben.

Später sollte ich erfahren, dass diese Pasties früher von den Männern in den Berkwerken gegessen wurden. Sie sind sehr kalorien- und nährstoffreich und somit super für Menschen, die den ganzen Tag unter der Erde schuften mussten. An einem Rand der Pasty gibt es eine dickere Kruste, die früher dazu da war, um sie dort zu heben. Der Rand wurde dann weggeworfen, da er extra für die Männer in den Berkwerken mit ihren schmutzigen Händen gemacht wurde. Heute essen den Rand alle mit, aber solche zusätzlichen Infos finde ich immer sehr interessant und das sind die Kleinigkeiten, die einem im Gedächtnis bleiben.

Am Abend falle ich erschöpft in mein Bett in der Jugendherberge. Ich habe bis jetzt so vieles gesehen, dass ich gar nicht weiß, was bis jetzt das schönste war. Alles war schön und eine super Erfahrung.

Wie die anderen beiden Wandertage und die zwei Tage in Penzance für mich weitergehen, werde ich bald berichten.

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